Das grüne Land zwischen Golf von Thailand und Südchinesischem Meer ist sehr interessant, landschaftlich reizvoll und hat freundliche und fleißige Menschen. Mit einer Fläche von 325 km2 ist es ungefähr so groß wie Deutschland. Als Tourist kann man viele historische Stätten der wechselvollen Geschichte Vietnams besuchen. Die über 3000 Kilometer lange Küste bietet wunderschöne, feinsandige und (noch) menschenleere Strände mit glasklarem Wasser. Vietnam rüstet sich für den internationalen Tourismus - der Bau von Hotels und Ressorts geht in den letzten Jahren sehr zügig voran und Hanoi und Saigon gleichen großen Baustellen.
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Regierung In Vietnam regiert die Kommunistische Partei und andere unabhängige Parteien sind nicht erlaubt. Aller fünf Jahre findet ein Parteikongress statt, der die weiteren Ziele bestimmt. Bürokratie und Korruption gehören leider, wie in allen ärmeren Ländern der Erde (aber nicht nur dort) zum Alltag und Regimekritiker werden verfolgt. Vietnam ist seit 1977 Mitglied der UNO und unterhält diplomatische Beziehungen mit mehr als 150 Ländern.
Geschichte 3. Jahrhundert vor Chr. : Au Lac mit Haupstadt "Co Loa" im Norden ist der erste Volksverband in Vietnam.
111 vor Chr. bis 938 nach Chr. : China herrscht über die Region.
938 nach Chr. : Der Feldherrn "Ngo Quyen" erringt den Sieg über die Chinesen.
1010 bis 1040 : Tha Long (späteres Hanoi) wird Hauptstadt, eine Beamtenstaat unter den Mandarinen entsteht - im Feldzug nach Süden finden Kämpfe mit den Cham statt - der Buddhismus wird zur Staatsreligion.
1408 bis 1420 : erneute chinesische Herrschaft durch die Ming Dynastie.
1627 bis 1771 : Teilung des damaligen "Dai Viets" in Nord und Süd durch die Trinh und Nguyen Fürstengeschlechter.
1771 bis 1802 : In die Tay Son Revolte erobert Nguyen den Süden zurück.
1802 bis 1945 : Ins Kaiserreich der Nguyen bricht der französische Kolonialismus herein.
1945 : Unabhängigkeitserklärung durch Ho Chi Minh.
siehe auch unter Amerikanischer Krieg.
Wirtschaft Als Vietnam 1980 das viertärmste Land der Erde war, startete man "Doi Moi", die vietnamesische Perestroika. Man gestattete Ausländern zu investieren und mischte sich staatlicherseits nicht mehr so stark ins wirtschaftliche Geschehen ein - was, verbunden mit dem Fleiß und der Geschäftstüchtigkeit des vietnamesischen Volkes - zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Das tropische Klima erlaubt den Anbau landwirtschaftlicher Produkte wie Reis, Kaffee, Tee, Kautschuk und Bananen. Seit 1986 betreibt Vietnam die "Politik der offenen Tür", kommt schrittweise zur kapitalistischen Marktwirtschaft und erreicht so ein relativ hohes wirtschaftliches Wachstum. Vietnam ist heute das drittgrößte Reisexportland der Welt.
Natur Durch großflächige Waldrodungen in der Vergangenheit - um Ackerboden zu gewinnen - besteht nur noch ein Drittel des Landes aus dichten Baumgebieten und man hat mit Bodenerosion und Überschwemmungen zu kämpfen. Auch der großflächige Einsatz des dioxinhaltigen Entlaubungsmittels "Agent Orange", welches Wälder und Reisfelder zerstörte, die dem Vietcong als Deckung und Nahrungsquelle dienten, hat seine Spuren hinterlassen.
Seit Mitte der Fünfziger Jahre unterstützt die Regierung wieder das Aufforsten.
Nutzpflanzen wie Kokospalmen oder Gummibäume als Kautschuklieferanten werden angebaut. In den Wäldern wachsen viele Edelholzarten und unzählige Arten von Heilkräutern, die in der Medizin Verwendung finden.
Die Flora ist sehr artenreich. Es gibt tropische Wälder, Monsunwälder, viele Kletterpflanzen und im Mekongdelta den größten Mangrovenwald außerhalb des Amazonasbeckens. In den feuchten Tiefebenen wird sehr viel Reis in Handarbeit angebaut und es wachsen sehr viele exotische Früchte, wie Jackfrucht, Mangos, Papayas oder die Drachenfrucht.
Sauberkeit Die Vietnamesen sind ein sehr reinliches Volk. Trotz der teils sehr primitiven Wohn- und Lebensverhältnisse sind sie immer sauber und ordentlich gekleidet, auch wenn sie meist nur einige wenige Kleidungsstücke besitzen, werde diese ständig gewaschen und gebügelt. In den Städten sahen die Straßenränder abends immer furchtbar schmutzig aus, da man dort alles hinwirft, was man nicht anderweitig verwenden kann. Abends kommen dann Frauen mit großrädrigen Kübelkarren sowie Reisstrohbesen und Schaufel bewaffnet und sorgen dafür, dass am anderen Morgen die Straßen wieder sauber sind. Da es in Vietnam keine Mülltonnen gibt, ist dies die einzig praktikable Möglichkeit, den zunehmenden Müll (auch Dank des westlichen Verpackungswahns) zu entsorgen.
Gesundheitswesen Ärztliche Behandlungen und Krankenhausaufenthalte müssen selbst bezahlt werden. Bei Vorliegen "besonderer finanzieller Gründe" und wenn die Hilfe Angehöriger nicht möglich ist, können staatlichen Hilfen beantragt werden.
Inzwischen existieren freiwillige Krankenversicherungen, die aber nur einen Teil der Risiken, wie zum Beispiel Krankenhausaufenthalte, abdecken.
Sicherheit Vietnam ist eines der sichersten Reiseländer, wo selbst Frauen alleine ohne Gefahr und Belästigung reisen können. Wir haben auf unserer gesamten Tour weniger Spitzbuben als zu Hause gesehen... In Saigon und erst recht in Hanoi fühlt man sich ebenso sicher wie in deutschen Großstädten. Wie überall auf der Welt gibt es Taschendiebe, aber sehr wenig Gewaltkriminalität. Das Klauen von leichtsinnig nur über die Schulter gehängten Taschen und Kameras von vorüberfahrenden Mopeds soll in größeren Städten öfter vorkommen. Wir haben nichts von alldem bemerkt - haben aber auch die gleichen Sicherheitsregeln beachtet, als wenn wir in Leipzig auf die Kleinmesse oder in München aufs Oktoberfest gehen.
Falls es einen Safe an der Rezeption gibt, sollte man ihn nutzen, um die momentan nicht benötigten Wertsachen und Reisefinanzen verwahren zu lassen. Bei eventuellem Verlust von Traveller-Schecks oder Kreditkarten, umgehend Sperrung veranlassen! Thomas Cook-Reiseschecks: 0061-3-6962952 EC-Karten: 0049-69-740987 Eurocard: 001-314-5427111 Visa Card: 001-410-5813836
Beim Verlust des Reisepasses: Während der Besuchszeiten an die Botschaft wenden, denn die Ausstellung von Passersatzpapieren ist erforderlich. Der Verlust des Reisepasses muss bei der Polizei am "Tatort" angezeigt werden. Zusätzlich braucht man ein neues Ausreisevisum, welches man am Wochenende nicht erhält, da die Botschaft geschlossen ist.
Hier einige Kontakte: Ausländerpolizei: 89 Tran Hung Dao Str., Hanoi Botschaft der BRD in Hanoi: Tel: (04) 845 38 36/37. Telefax: (04) 845 38 38; E-Mail: germanemb.hanoi@fpt.vn
Tierwelt Der Tierbestand ist durch die Kriege stark zurückgegangen, allein eine Million Wasserbüffel wurden vernichtet.
Tiger und Leoparden, welche vor dem amerikanischen Krieg noch sehr zahlreich waren, leben nur noch vereinzelt im Dschungel an der Grenze zu Kambodscha und Laos. Auch die Zahl der wilde Elefanten, von denen es noch einige im zentralen Hochland gibt, nimmt immer mehr ab.
Viele Tierarten wurden auch durch Jagd und Rodung stark dezimiert, in freier Wildbahn kann man Schmetterlinge, Insekten, Vögel - mit etwas Glück auch Eichhörnchen, Hasen und Affen finden. Schlangen trifft man in der freien Natur selten auch sind nur wenige Arten für Menschen gefährlich.
Wir haben Tiere meist nur auf Märkten oder irgendwelchen Transportmitteln (meist Mopeds) gesehen. In der Natur beschränkte sich der für uns sichtbare Tierreichtum lediglich auf reichlich Wasserbüffel, Kühe, Schmetterlinge und vereinzelt Vögel. Auf den Märkten werden die Tiere meist lebend angeboten und werden dort teilweise so gehalten und behandelt, dass unsere Tierschützer den gesamten Markt sofort sperren würden. Hühner werden am Straßenrand gleich am Fließband geschlachtet, gebrüht und gerupft.
In Rach Gia hatte ein Mann eine Schüssel lebende Frösch vor sich, die er einzeln herausnahm, ihnen mit einer Art Schere den Kopf abschnitt und ihnen nach einem gekonnten Längsschnitt die Haut abzog, bevor sie in einer anderen Schale landeten. Makaber war, als die so zugerichteten Tiere, in der Schale weiter umher hüpften.
Aber wenn man die Wohn- und Lebensverhältnisse dieser Menschen (ich denke, es waren Seezigeuner)an den Flußrändern sah, hatte es manches Haustier hier in Deutschland komfortabler. Man muss alles in den richtigen Relationen betrachten, dann scheint manch Abstoßendes völlig normal. Unsere europäische Meßlatte mussten wir oftmals im Rucksack lassen.
Verkehr Als Ausländer darf man in Vietnam kein Auto fahren - nur Fahrrad und Moped - und das hat sicher seine guten Gründe. Der Verkehr in Hanoi und Saigon ist Wahnsinn! Trotz dass wir aus vielen Reiseberichten vorgewarnt waren, hatten wir es uns so nicht vorgestellt Ampeln wurden oft ignoriert, Polizisten sahen dem quirligen Treiben machtlos zu und pfiffen manchmal nur, um ihre Daseinsberechtigung nachzuweisen. Das Überqueren der pausenlos befahrenen Straße zu Fuß wird die ersten Male zu einem unbeschreiblichen Abenteuer. Da heißt es nur: Loslaufen und mit gleichbleibender Geschwindigkeit weiterlaufen. Bloß nicht stehenbleiben oder die Geschwindigkeit ändern, dann versagt nämlich das den Vietnamesen eigene Radarsystem und sie kommen ins trudeln, was zwar meist immer noch durch akrobatische Fahrkunststückchen ausgeglichen wird, aber auch mal schief gehen kann.
Hanoi hat ca. vier Millionen Einwohner und zwei Millionen Mopeds und diese scheinen alle gleichzeitig unterwegs zu sein, aber jedes in eine andere Richtung. Was für uns als ein totales Durcheinander aussah - dort funktionierte es! Seit China mit Mopeds auf den Markt drängt, die nur 700 Dollar gegenüber den ab 2.000 Dollar teuren japanischen Modellen kosten, ist Mopedfahren zu einer Art Volkssport geworden. Es scheint eigene, für uns total fremde und unergründliche, Verkehrsregeln zu geben, die dort schon jedes Kind zu kennen scheint.
Moped sind wir dann auf Phu Quoc gefahren. Dort geht es gemütlich zu und man begegnet nur ab und zu einem anderen Fahrzeug, dafür staubt es mehr - immer noch besser als die vielen Abgase der unzähligen Mopeds. Eine Fahrerlaubnis hat auch nicht jeder und so standen an den Ausgangsstraßen Polizeistreifen, welche neben den Papieren auch die außerorts geltende Helmpflicht kontrollierten. Doch die Vietnamesen sind helle, einige Kilometer vor den Kontrollen konnte man sich gegen ein geringes Entgelt Helme leihen, die nach der Kontrolle wieder abgegeben wurden. Die Fahrzeuge der Übeltäter wurden auf kleine LKWs geladen.
Klima Der Wolkenpass in der Mitte Vietnams trennt auch das Klima im Land. Im Süden ist es im Allgemeinen wärmer und weniger regnerisch, im Norden können die Temperaturen zwischen Dezember und Februar unter 20° Celsius absinken.
Die trockensten Zeit ist zwischen April und August, allerdings muss man dann mit Taifunen rechnen. Der Winter von November bis April ist im Norden kühl und regenarm der Sommer hingegen feucht und heiß.
In den nördlichen Bergen sinken zwischen Dezember und Januar die Temperaturen bis nah an den Gefrierpunkt und in Hanoi ist es mit 15 bis 20° C und Nieselregen ziemlich ungemütlich. Zwischen Mai und Oktober ist es feucht und um 30° Celsius heiß.
Sprache Die Amtssprache ist vietnamesisch, das einsilbig und tonale ausgesprochen wird. Die Bedeutung der Worte entsteht durch die unterschiedliche Tonhöhe der einzelnen Silben. Deshalb klingen die Töne meist sehr hoch und die Sprache ist für uns sehr schwer zu erlernen.
Zu Beginn des des 20. Jahrhunderts führte man die lateinischen Schriftzeichen ein, was für die europäischen Touristen von großem Vorteil (beispielsweise gegenüber chinesisch) ist.
Für uns wahnsinnig schwieriger ist, dass die sechs unterschiedlichen Betonungen der Silben, welche durch verschiedene Häkchen über den Zeichen bestimmt wird, teilweise völlig verschiedene Bedeutungen ergeben können. So bedeutet beispielsweise "ma"= "Geist", "mà"= "Mutter" und "má" = "dessen". Es gibt auch kein "Sie" oder "Du" sondern die soziale Stellung entscheidet die Anrede. Mit "bà" spricht man eine ältere verheiratete Frau an, mit "chi" eine ältere Dame, mit "có" für eine weibliche Single, mit "em" eine junge Frau und mit "no" ein Kind.
In den größeren Städten und zunehmen von jungen Menschen wird Englisch gesprochen, welches auch in der Schule gelehrt wird.
Amerikanischer Krieg Die Vietnamesen haben, einige Jahrzehnte nach Kriegsende, ein eher lockeres Verhältnis zum amerikanischen Krieg. Hass oder Feindbilder kann man nicht erkennen.
Vielen Touristen sind Gründe des 1975 beendeten Krieges nicht mehr bewusst, deshalb an dieser Stelle eine kleine Rückblende:
Der Norden Vietnams unter Ho Chi Minh rang zwischen 1946 und 1954 um die Unabhäningkeit von den französischen Besatzern.
Nach dem Sieg wurde Vietnam 1954 auf der Genfer Friendenskonferenz in zwei Zonen aufgeteilt, wobei die Grenze durch ein demilitarisiertes Gebiet gebildet werden sollte. Der Norden wurde von den kommunistischen "Viet Minh" regiert und der Süden von westlich orientierten Militärführern. Da der Süden befürchtete, die von der kommunistischen Regierung unterstützten Vietcong könnten die Wahlen auch im Süden für sich entscheiden, fanden gesamtvietnamesische Wahlen nie statt.
Die USA unterstützten den Süden Vietnams, um nach China und Nordkorea keine weiteren kommunistischen Länder entstehen zu lassen. Nach einigen Angriffen der Vietcong auf den Süden, schickten die Amerikaner ab 1964 eigene Truppen nach Vietnam.
Nach der Tetoffensive wurde 1968 aus dem Guerillakrieg ein offener Krieg mit schweren amerikanischen Bombadements, wo mehr Bomben als im gesamten zweiten Weltkrieg fielen. Der Krieg wurde auf Kambodscha und Laos ausgeweitet, um den Rückzug der Vietcong dahin zu unterbinden.
Durch die hohen amerikanischen Verluste und das Bekanntwerden ihrer Kriegsverbrechen - zum Beispiel in My Lai, wo 504 unbewaffnete Bewohner, davon 173 Kinder, 76 Babies und 60 Greise von Leutnant Calley und seinen 30 Soldaten hingerichtet wurden - kam es zu massiven internationalen Protesten, welche schließlich, verbunden mit innenpolitischen Schwierigkeiten durch den Watergate-Skandal zu einem Rückzug der Amerikaner aus Vietnam führten. Ohne die amerikanische Truppenunterstützung mussten die südvietnamesischen Truppen 1975 aufgeben.